A Nod's As Good As A Wink...To A Blind Horse

Der Astronaut – Project Hail Mary (2026)

Am 21.03.2026 war es soweit: Nach langer Zeit mal wieder ein Kinobesuch, dieses Mal mit meiner Tochter. Wie es sich eingebürgert hat, besuchten wir das recht neue Arena-Kino in Basel. Das ist modern, hat viel Platz und reichlich Parkplätze direkt unter dem Gebäude. Viel teurer als im deutschen Lörrach ist es nicht, wenn überhaupt. Das Cineplex wird schon lange von Schweizern überflutet, wie vieles in Südbaden.
In der Schweiz hat es mittlerweile viele Zugezogene, die kein Deutsch sprechen und nicht vorhaben, es jemals zu lernen. Wohl deswegen findet die Vorführung von „Project Hail Mary“, wie der Film im Original heißt, im großen Saal 10 statt, wo nach meiner groben Schätzung mindestens 500 Leute Platz haben. Man hätte auch ohne Reservierung auf jeden Fall einen Platz gefunden, aber es waren verhältnismäßig viele Besucher im Saal. Wie in der Schweiz üblich, gibt es deutsche und französische Untertitel – ich halte das für eine gute Sache und ich habe mir vorgenommen, öfter die „originale“ Version zu besuchen.

Der Film basiert auf dem Buch von Andy Weir, das ich vor einigen Wochen gelesen habe. Obwohl es ein recht dicker Wälzer ist, waren meine Befürchtungen, die Lektüre nicht vor dem Erscheinen der Verfilmung zu beenden, gänzlich unbegründet. Unter dem Strich halte ich „Der Astronaut“ für eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe – und das waren einige. Es würde sich ideal für ein fächerübergreifendes Projekt in der Schule eignen – Deutsch, Physik, Mathematik. Aber so etwas gibt es in unseren Schulen nicht. Dort werden dieselben langweiligen, verstaubten Wälzer aus dem 08/15-Regal gezogen und kaugummiartig durchgekaut.

Zum Film gibt es – wie könnte es anders sein – unterschiedliche Ansichten. René meint, das Ding taugt nichts, während Benedikt ihn für überraschend gut hält.

Über den Inhalt möchte ich nicht zu viel spoilern, aber wir sind überzeugt, dass es ein richtig guter Film ist. Und wenn ich gelegentlich einen John Wick zu schätzen weiß, habe ich es genossen, mal zweieinhalb Stunden ohne Geballer und sinnlose Explosionen auszukommen. Zudem arbeiten alle Nationen einträchtig zusammen: Russen, Chinesen, Deutsche (die Chefin!) und sogar die USA. Davon können wir momentan nur träumen.

Die Verfilmung ist inhaltlich nah am Buch, einzelne Teile sind bei der umfangreichen Vorlage zwangsläufig verkürzt. Auf dem Kinoplakat steht „Komödie“, was falsch ist. Wenn man etwas kritisieren wollte, dann die vereinzelten Scherze, vor allem am Anfang. Ein Mensch, der unvermittelt einsam im Weltraum zu sich kommt, dürfte wesentlich verzweifelter sein.

Zur englischen Version: Die ersten Sätze von Ryan Gosling (der wird nicht älter?) waren derart vernuschelt, dass mir Übles schwante. Das legte sich jedoch kurz darauf. Insgesamt habe ich alles bestens verstanden. Ich war verblüfft, wie gut das Englisch von Sandra Hüller ist.

Ein schönes Vater-Tochter-Erlebnis.

Mehr Informationen gibt es bei TMDB.

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